Bf Dorsten, Umbau der Verkehrsstation

Auftraggeber: DB Netz AG

Ausführungszeitraum: September 2016 – Sommer 2018

Projektbeschreibung:

Im Bf Dorsten sind der Neubau von drei Bahnsteigen, der Rückbau eines Zwischenbahnsteigs und die Aufhöhung des Hausbahnsteigs geplant. Der Bau von den neuen Bahnsteigen nimmt hauptsächlich vorhandene Bebauung sowie brachliegende Bahnanlagen in Anspruch. Die Bebauung wird wahrscheinlich von Fledermausarten als Sommer- und Winterquartier genutzt. Die Bahnbrachen stellen ein optimales Habitat für Reptilien dar. Im Rahmen einer Artenschutzrechtlichen Prüfung sind entsprechende Bestandsaufnahmen frühzeitig durchzuführen und, falls erforderlich, entsprechende Maßnahmen zum Schutz streng geschützter Arten festzulegen.

Um artspezifische Beeinträchtigungen und spezifische Verbotstatbestände zu überprüfen wurden zuerst vorhandene Daten vom Land für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) abgefragt. Ergänzend zu den Abfragen und Recherchen erfolgte bisher eine Begehung der Vorhabenfläche. Eine weitere Begehung ist geplant. Auf Grund der Begehungen kann die (potentielle) Eignung sowie die tatsächliche Nutzung als Lebensraum insbesondere für die planungsrelevanten Arten (vom LANUV) geprüft werden.

Bei der bisherigen Begehung konnten planungsrelevante Vögel wie der Mäusebussard (Buteo buteo) und der Turmfalke (Falco tinnunculus) nachgewiesen werden. Zusätzlich wurden Fledermäuse nachgewiesen, die bisher noch nicht auf Art bestimmt wurden und die vorhandene Bebauung als Quartier nutzen. Neben diesen planungsrelevanten Arten konnte auch die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) im Vorhabengebiet nachgewiesen werden. Bei dieser Art handelt es sich um eine in NRW besonders geschützte Art nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG, die auf der Roten Liste von NRW (2010) als stark gefährdet eingestuft wird.

Im Anschluss an eine weitere Begehung erfolgt dann eine Konfliktanalyse, in der artspezifische Beeinträchtigungen ermittelt und bewertet werden und es wird eine Prüfung durchgeführt, ob für die relevanten Arten die spezifischen Verbotstatbestände voraussichtlich erfüllt werden. Zusätzlich erfolgt dann eine Prognose und Bewertung von Schädigungen und Störungen und die Auflistung vorgesehener Vermeidungsmaßnahmen.

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